Ich begrüße den Startschuss zum Baubeginn des Dokumentationszentrums der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ durch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Dies ist ein den Aufgaben der Stiftung angemessener und würdiger Rahmen.“
Mit diesen Worten kommentierte Erika Steinbach, Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), die Umsetzung eines großen Vorhabens, für das sie seit etlichen Jahren schon kämpft, im In- und Ausland angefeindet wurde und schlussendlich weitreichende Kompromisse eingehen musste, um dieses Vorhaben nicht zu gefährden. Ganz am Anfang stand Steinbachs Konzept für ein „Zentrum gegen Vertreibungen“, das jedoch mehr Kontroversen als Zustimmung erfuhr. Steinbachs Gegner sprachen von einem revanchistischen Projekt, das vor allem Ewiggestrigen als Gedenkstätte und Plattform dienen werde. Ähnlich kritische Töne kamen auch aus Warschau und Prag, wo man eine Umkehr der Täter- und Opferrolle befürchtete, die entgegen offizieller Lehrmeinungen in Steinbachs Zentrum praktiziert werden könnte.
2008 konnte schließlich im Dezember im Deutschen Bundestag das Gesetz zur Errichtung einer Stiftung „Deutsches Historisches Museum“ (DHMG) beschlossen werden, nachdem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits 2005 für ein solches Zentrum in Berlin ausgesprochen hatte. Was den Zweck dieser Stiftung angeht, soll „im Geiste der Versöhnung die Erinnerung und das Gedenken an Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert im historischen Kontext des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungspolitik und ihren Folgen“ wachgehalten werden.
Für Peter Wassertheurer, Präsident der Deutschen Weltallianz (DWA), wird erst die Zukunft zeigen, ob mit diesem Zentrum wirklich Wissenschaft im Sinne einer umfassenden Ausarbeitung der Ursachen, Zusammenhängen und Folgen von Vertreibungen gemacht werden wird, oder ob neuerlich die Betroffenen, nämlich die deutschen Heimatvertriebenen, in ihre traditionelle Täterrolle gezwängt werden und der historische Bezugsrahmen ausschließlich auf das nationalsozialistische Dritte Reich begrenzt bleibt.“ Dann bleibt nach Wassertheurer zu befürchten, dass „dieses Vertriebenen- und Versöhnungszentrum in Berlin eine weitere Stätte des kollektiven Schams für die Deutschen und des deutschen Selbsthasses“ wird, was einer nachhaltigen Versöhnung sicherlich nicht dienlich sein wird.

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