Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer möchte ab 2014 in Bayern einen Tag der Heimatvertriebenen einführen: „Bayern verdankt seinen Heimatvertriebenen und Spätaussiedlern viel. Mit ihrer Lebensleistung sind sie Vorbilder in unserer Gesellschaft.“

Auch in Österreich setzt sich der Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) für einen solchen Gedenktag für die volksdeutschen Heimatvertriebenen ein. Für den Präsidenten der Deutschen Weltallianz (DWA), Peter Wassertheurer, soll ein solcher Gedenktag aber mit liebgewonnenen Mythen aufzuräumen. Politische Sonntagsreden, in denen man die Leistungen der Heimatvertriebenen und ihren Anteil beim Wiederaufbau würdigt, kennt man auch in Österreich zur Genüge. „Die Wirklichkeit sah in Österreich freilich ganz anders aus“, sagt Wassertheurer, der daran erinnert, dass „man die Volksdeutschen nach Deutschland abgeschoben haben wollte und Teile von ihnen zumindest bis zum Staatsvertrag von 1955 wie Menschen zweiter Klasse behandelte.“ Sie wurden als billige Arbeitskräfte in der Landwirtschaft oder am Bau ausgebeutet, als Nazis und Zigeuner beschimpft, wie Rechtlose in dreckigen Baracken gehalten und waren als „Staatenlose“ den Einheimischen nicht gleichgestellt. Nur denjenigen Fachkräften gegenüber, auf die Österreich nicht verzichten konnte, gab man sich großzügiger und machte sie zu österreichischen Staatsbürgern.

Aber selbst bei der Zuerkennung von sozialen Leistungen verhielt sich Österreich schäbig. So behielt sich das österreichische Finanzministerium nach einer Aussage vom ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky ein Drittel der finanziellen Mittel zurück, die die BRD nach dem Kreuznacher Abkommen für Vertriebene, Umsiedler und politisch Verfolgte an Österreich ausbezahlt hatte. Auch zu dem sogenannten Aushilfegesetz von 1977, das den „sachgeschädigten Vertriebenen“ in Österreich rund 52 Millionen Euro aus bundesdeutschem Budget hätte bringen sollen, meinte Kreisky: Das heißt:Die Republik Österreich hat sich also nach Möglichkeit die Zuwendungen an die volksdeutschen Heimatvertriebenen von der BRD zurückbezahlen lassen.„Ich möchte dazu jedoch bemerken, dass eine allfällige Beteiligung der BRD an diesen Aushilfen lediglich dem österreichischen Finanzminister zugute käme. Die Leistungen an die Vertriebenen würden davon nicht berührt.“

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