DWA: „Unrechtsdekrete und Entschädigungsfragen ungelöst geblieben –aber auch zu lasche Haltung der donauschwäbischen Verbände “
Die Republik Kroatien wird nach der Aufgabe des slowenischen Vetos Mitglied der Europäischen Union (EU) werden. Abermals, und darauf weist die Deutsche Weltallianz (DWA) mit Nachdruck hin, sind historisch belastete Fragen ignoriert worden.
„Damit wiederholt sich das, was bereits beim Beitritt von Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Ungarn und Polen der Fall war“, kritisiert DWA-Präsident Peter Wassertheurer, der an dieser Stelle auf das Unrecht der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Ländern Ostmittel-, Südost- und Osteuropas sowie die kollektive, entschädigungslose Enteignung des Vermögens hinweist. Bei allen bisherigen Erweiterungsrunden seit der Wende von 1989/90 sind die Forderungen der deutschen Heimatvertriebenen unberücksichtigt geblieben. Weder Deutschland noch Österreich haben sich bei den Beitrittsverhandlungen für deren Interessen stark gemacht. „Damit bleibt die Rechtswirksamkeit von rassistisch motivierten Enteignungsdekreten (Beneś-Dekrete, Avnoj-Bestimmungen, Bierut-Dekrete) weiterhin aufrecht – und das in einer Gemeinschaft wie der EU, die sich gern und oft als Wertegemeinschaft definiert!“, erklärt Wassertheurer weiter.
Das gilt jetzt auch im Fall von Kroatien. Das kroatische Parlament hat sich zwar in der Vergangenheit in einer Erklärung von den Verbrechen des kommunistischen Tito-Regimes distanziert, hält aber nach wie vor an den Vermögensverhältnissen fest, die auf Grundlage der Avnoj-Bestimmungen und der daraus resultierenden Vermögensgesetze nach 1945 geschaffen wurden. Das Unrecht der kollektiven Enteignung bleibt damit aufrecht.
„Was die Interessen der Heimatvertrieben jedoch angeht, hatten weder Wien noch Berlin wirklich Interesse an einer Lösung, weil beiden die Belange der Heimatvertriebenen anscheinend nicht wichtig genug sind“, kritisiert Wassertheurer, der aber auch die lasche und selbstgefällige Haltung der Vertriebenenorganisationen wie des Weltdachverbandes der Donauschwaben, der Donauschwäbischen Landsmannschaft in Deutschland oder der Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft in Österreich (DAG) in die Verantwortung nimmt, die zum Thema EU-Beitritt Kroatien seit Monaten überhaupt nicht mehr präsent sind und mit ihrem Schweigen Zustimmung signalisieren.

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